Startseite arrow Vereinsaktivitäten
Aktuelle Vereinsaktivitäten der Landeskunde im Überblick


Landeskunde am Freitag/Samstag im HERBST/WINTER 2019
Donnerstag, 14. November 2019

Samstag, 16. November, 10.30 h

Führung durch die Sonderausstellung Barbara Krafft (1764–1825). Porträtistin der Mozartzeit

Mit Dr. Regina Kaltenbrunner


Die in Jihlava/Iglau geborene und von ihrem Vater Johann Nep. Steiner ausgebildete Malerin hatte
die Lebensstationen Wien – Salzburg – Prag – Salzburg – Bamberg. Am längsten lebte sie in Salzburg.
So verdanken wir ihr zahlreiche Porträts Salzburger Persönlichkeiten, sowohl aus den letzten Jahren
des Fürsterzbistums, wie auch nach 1804.

Kosten: Eintritt frei, Führungsgebühr € 2,50,- 

Treffpunkt: Salzburg Museum


............................................................................................................................

Freitag, 6. Dezember , 10.30 h

Führung durch die Sonderausstellung Goldene Zeiten

Mit Dr. Erika Oehring


Einzigartige wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedingungen bildeten den fruchtbaren Boden
für die glanzvolle Blüte der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. In diesem Goldenen Zeitalter
erreichte die Malerei eine in dieser Breite nie zuvor gekannte Qualität. 


Kosten: € 5,--

Treffpunkt: DomQuartier Salzburg Residenzgalerie

 
JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG UND VORTRAG - Sbg. Wasserbrenner und Branntweinbrenner in der frühen Neuzeit
Vortrag
Mittwoch, 27. November 2019

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG UND VORTRAG · GESELLSCHAFT FÜR SALZBURGER LANDESKUNDE

27. November 2019, Medienraum der Erzabtei St. Peter, 19 Uhr 

Mag. Dominik Maislinger: Salzburger Wasserbrenner und Branntweinbrenner in der frühen Neuzeit

 

Dieser Vortrag behandelt die  Herstellung und den Verkauf von Branntwein und anderen Spirituosen in der Stadt Salzburg während der Frühen Neuzeit. Die Destillierkunst verbreitete sich ab dem 11. Jahrhundert von Süditalien aus über ganz Europa. Zunächst fanden Destillate jedoch hauptsächlich in der Heilkunde Anwendung. In den folgenden Jahrhunderten behielten Destillate wie Branntwein u. ä.  eine Doppelfunktion als Heil- und Genussmittel, wobei die Grenzen zwischen diesen Bereichen stets fließend waren. So mancher Zeitgenosse kritisierte, dass die Heilmittelfunktion des Getränks als bloßer Vorwand diene, um übermäßig Branntwein zu konsumieren.

Im frühneuzeitlichen Salzburg sind zwei Gewerbe auszumachen, welche die Destillation von hochprozentigen Alkohol ausübten. Jene Gruppe, die Arzneiwässer herstellten, waren die Wasserbrenner, zu ihren Produkten zählten etwa Lavendel-, Erdbeer-, Minze- und Sauerampferwasser. Die Branntweinbrenner produzierten Spirituosen, hauptsächlich aus Wein, Bier, Obst und Beeren. Beide Gewerbe blieben in der Stadt Salzburg relativ bedeutungslos und wurden teilweise nur als Nebengewerbe ausgeübt. Durch die Dominanz der großen (Bräu-)Gasthöfe, die entweder selber Branntwein produzierten oder in großen Mengen aus Italien importierten, dürften sowohl Qualität als auch Quantität der heimischen Spirituosenproduktion gering gewesen sein. Die hohe steuerliche Belastung durch das Umgeld, der Abnahmezwang des Bierbranntweins aus den Hofbrauhäusern und die restriktive Vergabe von Brennrechten sorgten dafür, dass die heimische Branntweinproduktion überschaubar blieb und der Großteil des Bedarfs aus Tirol und Italien importiert wurde.

 

 
VORTRAG - Die Österreichische Legion
Vortrag
Mittwoch, 11. Dezember 2019

VORTRAG · GESELLSCHAFT FÜR SALZBURGER LANDESKUNDE

11. Dezember 2019, Medienraum der Erzabtei St. Peter, 19 Uhr 

Dr. Michael Holzmann: Die Österreichische Legion

 

In den Wochen nach der „Machtergreifung“ der NSDAP in Deutschland kam es in Österreich zu Terroranschlägen, getragen von dem Bedürfnis der österreichischen Nationalsozialisten, die politischen Verhältnisse in Österreich der Entwicklung in Deutschland möglichst schnell anzupassen. Das führte schnell zur gravierenden Verschlechterung der deutsch-österreichischen Beziehungen. Nach einer beispiellosen Terrorwelle mit Attentaten mit etlichen Toten wurde die NS-Partei und die "angeschlossenen Gliederungen und Verbände" im Juni 1933 verboten. Darauf flohen zahllose Mitglieder und Anhänger der österreichischen NSDAP nach Deutschland, wo sie sich als "politische Flüchtlinge" feiern ließen. Die österreichischen Flüchtlinge in Deutschland wurden in Lagern zusammengefasst, Männer im wehrfähigen Alter in der so genannten „Österreichische Legion“ zusammengefasst. Zunächst im Lager Lechfeld fand durch Angehörige der Bayerischen Landespolizei eine militärische Ausbildung statt, die Bewaffnung stammte aus Beständen der Reichswehr. Ab Herbst 1933 wurde die Legion auf verschiedene Lager in Bayern nahe zur Grenze nach Österreich disloziert. Damit sollte die österreichische Regierung unter Druck gesetzt werden, damit Österreich in einer günstigen Situation besetzt und eine schnelle Gleichschaltung nach deutschem Vorbild möglich werden sollte. Die „Österreichische Legion“ stellte ein für den Bestand der Republik Österreich erhebliches Gefährdungspotential dar. Vor dem NS-Putsch in Österreich im Juli 1934 kam es zu einem Kleinkrieg an der bayerisch-österreichischen Grenze, bei dem häufig scharf geschossen wurde und Tote und Verwundete zu beklagen waren. Die Verstrickung der Legion in die Vorgänge um den 25. Juli 1934 und den anschließenden Bürgerkrieg in Österreich führte zur radikalen Umkehr der deutschen Politik, die jedoch das Fernziel des Anschlusses Österreichs nie aus den Augen verlor. Offiziell wurde die Legion entwaffnet, offiziell aufgelöst und von den grenznahen Standorten in Bayern entfernt. Tatsächlich wurde die Legion nur umbenannt, in so genannten Hilfswerklagern fern der österreichischen Grenze untergebracht und ab dem Frühjahr 1935 in neu errichteten Lagern in West-, Mittel- und Norddeutschland stationiert. Die bisherige Zielsetzung blieb im Grundsatz bestehen. Bis zum März 1938 fristete die Legion mit einem Personenbestand von etwa 8.000 Menschen ein Dasein zwischen Heimweh, Beschäftigungstherapie und Bedeutungslosigkeit. Die Annehmlichkeiten der Annexion Österreichs erfuhren die "Legionäre" im Gegensatz zu Partei-Funktionären und SS- und Wehrmacht-Angehörigen nur in überschaubarem Maße. In den entscheidenden Tagen des "Anschlusses" wurden die Angehörigen der Legion in die Lager einberufen, durften jedoch am Einmarsch in Österreich nicht teilnehmen. Als sie Anfang April 1938 nachkommen durften, waren die Pfründe und lukrativen Dienstposten bereits vergeben.

 

 
© 2019
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.