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JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG UND VORTRAG - Sbg. Wasserbrenner und Branntweinbrenner in der frühen Neuzeit

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG UND VORTRAG · GESELLSCHAFT FÜR SALZBURGER LANDESKUNDE

27. November 2019, Medienraum der Erzabtei St. Peter, 19 Uhr 

Mag. Dominik Maislinger: Salzburger Wasserbrenner und Branntweinbrenner in der frühen Neuzeit

 

Dieser Vortrag behandelt die  Herstellung und den Verkauf von Branntwein und anderen Spirituosen in der Stadt Salzburg während der Frühen Neuzeit. Die Destillierkunst verbreitete sich ab dem 11. Jahrhundert von Süditalien aus über ganz Europa. Zunächst fanden Destillate jedoch hauptsächlich in der Heilkunde Anwendung. In den folgenden Jahrhunderten behielten Destillate wie Branntwein u. ä.  eine Doppelfunktion als Heil- und Genussmittel, wobei die Grenzen zwischen diesen Bereichen stets fließend waren. So mancher Zeitgenosse kritisierte, dass die Heilmittelfunktion des Getränks als bloßer Vorwand diene, um übermäßig Branntwein zu konsumieren.

Im frühneuzeitlichen Salzburg sind zwei Gewerbe auszumachen, welche die Destillation von hochprozentigen Alkohol ausübten. Jene Gruppe, die Arzneiwässer herstellten, waren die Wasserbrenner, zu ihren Produkten zählten etwa Lavendel-, Erdbeer-, Minze- und Sauerampferwasser. Die Branntweinbrenner produzierten Spirituosen, hauptsächlich aus Wein, Bier, Obst und Beeren. Beide Gewerbe blieben in der Stadt Salzburg relativ bedeutungslos und wurden teilweise nur als Nebengewerbe ausgeübt. Durch die Dominanz der großen (Bräu-)Gasthöfe, die entweder selber Branntwein produzierten oder in großen Mengen aus Italien importierten, dürften sowohl Qualität als auch Quantität der heimischen Spirituosenproduktion gering gewesen sein. Die hohe steuerliche Belastung durch das Umgeld, der Abnahmezwang des Bierbranntweins aus den Hofbrauhäusern und die restriktive Vergabe von Brennrechten sorgten dafür, dass die heimische Branntweinproduktion überschaubar blieb und der Großteil des Bedarfs aus Tirol und Italien importiert wurde.

 

 
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